James-Webb-Teleskop

Credit: NASA, ESA, H. Teplitz and M. Rafelski (IPAC/Caltech), A. Koekemoer (STScI), R. Windhorst (Arizona State University), and Z. Levay (STScI)

Am 25. Dezember um 12:20 Uhr UTC startete das Weltraumteleskop James Webb seine fast 30 Tage andauernde Reise zu einem Punkt, 1,5 Millionen Kilometer entfernt von der Erde. Doch, bevor ich weiter vor mich hinrede, eine kurze Pause. Was ist überhaupt das James-Webb-Teleskop, und warum ist es so faszinierend? Das Projekt fand seinen Ursprung etwa 26 Jahre in der Vergangenheit. Die Raumfahrtbehörden NASA (National Aeronautics and Space Administration), ESA (European Space Agency) und CSA (Canadian Space Agency) riefen dieses Projekt ins Leben. Zuerst war das Teleskop unter der Bezeichnung „Next Generation Space Telescope“ bekannt und sollte ursprünglich sogar schon 2007 starten. Insgesamt hat das Konstrukt bisher schon satte 9,7 Milliarden US-Dollar gekostet. Doch was ist so toll an ihm? Es ist der Nachfolger des berühmten „Hubble Space Telescope.“ Dieser Vorgänger hat ebenfalls revolutionäre Erkenntnisse der Wissenschaft geliefert, und hat uns tiefer in das Weltall blicken lassen als je zuvor. Das wohl berühmteste Bild dieses „Weltallveterans“ ist das sogenannte „Hubble Deep Field“. Ihr merkt vielleicht, ich schweife etwas vom Thema ab, jedoch wird das James-Webb-Teleskop vermutlich ähnliche Auswirkungen auf unseren Blick auf das Universum haben, wie Hubble es bereits tat. Hoffentlich könnt ihr jetzt auch meine Begeisterung für diesen 9,7 Milliarden Dollar schweren Haufen Linsen und Solarsegel besser verstehen. Derzeit befindet es sich auf dem sogenannten Lagrange-Punkt L2. Dies ist ein Punkt zwischen zwei Himmelskörpern (in diesem Fall Sonne und Erde), an dem sich ein kleiner Körper wie ein Asteroid, oder sagen wir, ein Teleskop problemlos ohne Treibstoff oder ähnliches den massereicheren Körper (die Sonne) umkreisen kann. Also perfekt geschaffen für James Webb. Die geplanten Hauptaufgaben für Webb sind die Suche nach leuchtenden Objekten und Galaxien die kurz nach dem Urknall, also etwa vor 13,5 Milliarden Jahren, ein besseres Verstehen zur Bildung des Universums, die Untersuchung von Entstehung und Weiterbildung verschiedener Himmelsobjekte (Sterne, Planeten, schwarze Löcher, etc.), die Untersuchung von Exoplaneten, und ob Leben dort möglich ist. James Webb schießt seine Fotos nicht mit normalem Licht, sondern benutzt eine Infrarotkamera, wodurch es viel weiter sehen kann. Wenn ihr euch jetzt fragt, wann ihr die ersten Bilder bewundern könnt, müsst ihr euch wohl noch etwas gedulden, da diese wohl erst Mitte dieses Jahres ankommen werden. Insgesamt ist es ein gigantischer Schritt vorwärts in der Wissenschaft, und wird wahrscheinlich viele neue Erkenntnisse und Theorien hervorbringen.

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